Fernreise - und dann Thrombose?

Fernreisen, insbesondere mit dem Flugzeug, erhöhen das Risiko für eine Thrombose mit nachfolgender Lungenembolie. Treten weitere Risikofaktoren hinzu - von denen die Betroffenen oft nichts wissen - steigt die Thrombosegefahr weiter an. Durch einfache Maßnahmen kann man selbst die Thrombosegefahr - auch bei längeren Flugreisen - vermindern. Wichtig dabei ist, dass man sein eigenes Thromboserisiko kennt. Um dies abzuklären, steht eine einfache Ultraschall- und Blutuntersuchung zur Verfügung.

 

Reisethrombosen, welche im Volksmund auch gerne als „Economy Class Syndrom“ bezeichnet werden, entwickeln sich in den Unterschenkelvenen durch langes, unbewegtes Sitzen mit abgewinkelten Beinen. Langstreckenflüge von über 6 Stunden Dauer sind mit einem erhöhten Thrombose-Risiko verbunden, wobei anhand bisher vorliegender Studien keine Aussagen zu Unterschieden zwischen den Sitzklassen getroffen werden konnten. Neben der Flugdauer ist ein weiterer Risikofaktor die Austrocknung durch die trockene Flugzeug-Kabinenluft und durch Alkohol-Konsum während des Fluges. Am stärksten risikoerhöhend wirken sich allerdings individuelle, angeborene oder erworbene Risikofaktoren aus.

 

Generell gilt für alle Reisenden auf Langstreckenflügen die Empfehlung, ausreichend zu trinken (100-500 ml/ Stunde), regelmäßige Bewegungsübungen der Füße und Beine durchzuführen und umherzugehen.

 

Zu einer mittelgradigen Erhöhung des Thromboserisikos führen u.a. Varizen, Ovulationshemmereinnahme, Hormonbehandlung, Schwangerschaft und Wochenbett, Verletzungen der unteren Extremität vor weniger als 6 Wochen und ein Alter über 40 Jahre. Hier ist zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen das Tragen von Reisekompressionsstrümpfen zu empfehlen. Da Thrombosen am ehesten in den Venen der Unterschenkel-muskulatur auftreten, reichen Kompressions-Kniestrümpfe in der Regel aus.

 

Bei hohem Thromboserisiko sollte die Notwendigkeit der Reise überdacht werden.

Diesen Artikel drucken   
Aktuelle Reisemedizin-Infos
Dengue Vietnam, Masern Deutschland, Gelbfieber Bolivien - Brasilien. Stand 06.09.2017
Informieren
Geänderte Impfvorschriften
Geänderte Impfvorschriften: Bahamas - Kuba. Stand 05.04.2017
Informieren

 

 

© Praxis Bärbel Meyer | 2016
Sprechzeiten, Kontakt
Die Praxis Bärbel Meyer
Startseite